Nachruf an Stripper

Nachruf an Stripper

„Echte Freunde erkennt man daran, dass sie zur Beisetzung kommen.“
Am 18.07.2021 ist Stripper von uns gegangen und bei seiner Beisetzung Ende Juli in Weissach war der Friedhof zum Bersten gefüllt. Der Saal war voll und die angereisten mussten sich weit verteilen um noch etwas von der Trauerfeier mitzubekommen.

Obwohl allein diese Tatsache schon ausreicht um zu beschreiben was für ein großartiger Mensch er war, folgen noch die Worte, die Bejo auf der Trauerfeier verlesen hat:

„Im nächsten Jahr wird der Handwerkerhof 40 Jahre alt.
Stripper war dort kein Mann der 1. Stunde. Es dauerte noch etwa 2 Jahre. Dann war er da und prägte den Hof und die Hofgemeinschaft auf seine ganz eigene Weise.

Wie immer nämlich: Da sein – anpacken – ohne große Reden – ohne sich in der Vordergrund zu stellen.

Aber immer mit Unmengen an Kabeln, Leitungen und Strippen aller Art, dem entsprechenden Werkzeug und Fachwissen.

In den ersten Jahren kam ich oft auf den Hof und wusste sofort, wenn Stripper schon da war:
Zuerst weil da quer über den Hof irgendwelche Starkstromkabel oder Verlängerungen lage,
später dann auch wegen des Kinderlachens.

Denn die Bereicherung des Hofgeschehens war nicht nur Stripper: Dazu kamen Heidi und – nach und nach – Linda und Imke.
Die ganze Familie Kost gehörte zum Hof wie der Nussbaum vor dem Haus.

Unter dem standen immer wieder Menschen und grübelten gemeinsam über einem Problem.
Und oft genug stand dann plötzlich Stripper da, tippte einem auf die Schulter, hatte mit verschmitztem Lächeln ein Werkzeug oder eine Kabeltrommel in der Hand und meinte: „So sollts gehn!“

Dann dreht er sich um und schritt – ganz Stripper – mit seinem breiten wiegenden Gang zu seinem eigentlichen „Gschäft“.

Bruddeln konnte er, wenn ihn etwas oder jemand nervte. Ganz so bruddeln, wie man sich landläufig einen Schwaben vorstellt.

Herzhaft lachen und kichern konnte er. Und ich zumindest habe ihn so viel häufiger lachen und kichern hören und sehen als bruddeln.

Und liebevoll war er: Zu Heid, zu Linda, zu Imke – überhaupt zu allen Kindern auf dem Hof.
Manchaml ganz versteckt hinter einer etwas rauen Schale, aber für alle, die ihn kannten, war seine Herzenswärme stetes spürbar.

Ein Strippenzieher im positivsten Sinne: Ein guter Kamerad und ein wahrer Freund.

Und daran werden wir, die wir ihn kannten, uns auch in Zukunft an ihn erinnern:

  • bei der abendlichen Runde unterm Nussbaum
  • beim Lagerfeuer auf der Wiese
  • und jedes Mal, wenn wir auf dem Handwerkerhof einen Schalter drücken und uns ein Licht aufgeht.“