Nein, Winterfest ist keine in den Herbst vorverlegte rauschende-frostige Feierlichkeit. Im Gegenteil: Winterfest ist harte Arbeit! Denn im Zuge dieser Maßnahme wird der von uns allen so geliebte Handwerkerhof winterfest (also frost-, schnee- und sturmsicher) gemacht.

Dazu muss auf hohen Leitern balanciert werden, um alle Dachrinnen von Laub, Schmutz und verlorenen gegangenen Pimpfen zu befreien.

Dazu müssen Kellertüre und -fenster gedämmt werden, um die Temperaturen dort erträglich zu halten.

Dazu müssen alle Beete, Grünanlagen und der Innenhof einer Generalreinigung unterzogen werden.

Dazu müssen alle Holz- und Pelletsvorräte auf ihre Menge hin überprüft und gegebenenfalls Nachschub organisiert werfen.

Dazu müssen etc.

Aber es wurde vorgegriffen. Bereits am Nachmittag des Freitag nahmen die ersten „Handwerker“ die Arbeit auf. Im Laufe des Abends füllte sich die Küche zusehends mit einem bunten Mix junger und älterer überbündischer Jugend. Natürlich wurde gut gegessen, natürlich gab es Leckeres zu trinken, natürlich wurde viel gelacht, natürlich wurde laut gesungen, natürlich war die Nacht zu kurz!

Glücklicher weise hatte der Wettergott ein Einsehen und der Samstag blieb trocken. Nach dem Frühstück verteilten sich alle Menschen in ihre „Neigungsgruppen“. Und da der Hof ja immer auch zu einem Perspektivwechsel einlädt, wurde beispielsweise der Autor zu einem bodenlebenden Organismus. Es galt nämlich im EG des Neubaues die Bodenfugen mit Silikon auszuspritzen. Pfennig, dem gehöriger Dank gebührt, wurde zur Kellerassel und ersann und montierte eine Dämmkonstruktion für die Kellertüre. Endlich entfällt nun das langjährige, vom Autor und Jens traditionell kurz vor dem Abendessen ausgeführte („da war doch noch was!“) rumgepfriemele mit Dämmplattenfragmenten, Bauschaum, Besenstielen und anderem semitauglichen Hilfsmittel (Pfennig, wir lieben dich!!). Timber begab sich in die Senkrechte und verputzte eine weitere Treppenhauswand. Dulli wurde zur Fledermaus behufs der Montage von Wärmemelder und Lampen. Ein ganzes Volk Ameisen wuselte durch die Außenanlagen und Dachschrägen. Andere Ameisen, Termiten nämlich, machten sich unter Shames‘ Leitung an der eichenen Treppe zu schaffen, die im Neubau die Stockwerke verbinden soll. Stufen und Wangen für das erste Teilstück sind bereits produziert – Chapeau! Besonders wärmeliebende Kreaturen (Cyanobakterien?) wie Toto machten sich an der Heizanlage zwecks Optimierung zu schaffen. In der Küche waren tatsächlich Küchenschaben anzutreffen. Pelikane füllten im Baumarkt und beim Getränkehändler ihre Kehlsäcke. Und besonderes Gewürm hängt nun an den Wänden der Altbautoiletten, um dort die Papierrollen dauerhaft zu tragen (sehr sehenswert, da „Kunst am Bau“!). Natürlich wurde auch wieder geputzt, sortiert, umstrukturiert, repariert und verbessert – der geneigte Leser mag sich aus seiner eigenen Menagerie die passenden Geschöpfe aussuchen.

Der Arbeit folgte ein Abendessen und diesem eine Singerunde und ein parallel geführter Männerstuhlkreis (samt zwei Quotendamen). Beide (Runden, nicht Damen (obwohl – die bestimmt auch)) hatten ihre Berechtigung und auch ihren Spaß.

Sonntags dann das unvermeidbare Aufräumen und im Anschluss noch die Trägerkreissitzung – notwendige „Übel“, die für den Fortbestand des Hofes allerdings unabdingbar sind.

Vom 13. bis 15. Dezember findet unsere Weihnachtsbauhüte statt. Hier belohnen wir uns mit einem ausgiebigen Brunch (und wenig Arbeit) für die Mühen des Jahres. Jeder Gast ist herzlich willkommen!

Rhesus

 

Bauhütte / Winterfest 8.-10.11.19

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